Die Idee

Die Idee für Paul und Konopke entstand bereits vor über zehn Jahren, als ich an der Internationalen Filmschule in Köln eine Weiterbildung zur Drehbuchautorin gemacht habe. Eigentlich sollte Paul und Konopke ein Bilderbuch werden, das in dem Film eine zentrale Rolle spielt. Aber wie Geschichten so sind, haben sie eine ganz eigene Dynamik. Das Drehbuch veränderte sich. Und Paul und Konopke entwickelten sich weiter. Bis heute! So hat Paulchen über zehn Jahre gebraucht, um in den großen, weiten Buchmarkt zu fliegen. Und da ist er doch ganz wunderbar aufgehoben. 

 

Der Text

Ich liebe es, für Kinder zu schreiben. Aber schreibe ich eine Sprache, die Kinder mögen und verstehen? Die sie zum Lachen und Nachdenken bringt? Das musste ich unbedingt herausfinden, ehe Paul und Konopke veröffentlicht wurde. Deshalb wurde das Buch an zwei Grundschulklassen und den Vorschulkindern eines Kindergartens getestet. Das Resultat machte mich nicht nur glücklich, es machte mir auch Mut. Denn gleich im Anschluss begannen die Kinder, Szenen der Geschichte nachzuspielen (wobei die meisten Konopke oder Xilvia sein wollten), und eigene Bilder zur Geschichte zu malen. Eine wunderbare Bestätigung! Und jetzt erzählt euch Nicole, wie aus der Geschichte ein Bilderbuch wurde...

Das Storyboard

Das Storyboard ist eine Art Bauplan für ein Bilderbuch. Hier wird festgelegt, wie viele und welche Bilder entstehen sollen und welche Textabschnitte dazu gehören. Das macht zunächst viel Arbeit. Dafür hat man während der Zeichenphase einen hilfreichen roten Faden, an dem man sich orientieren kann. Und man weiß genau, was noch fehlt und was man schon fertig hat. Außerdem ist es dadurch leichter, sich mit der Autorin über den laufenden Arbeitsprozess zu unterhalten.

Die Skizzen

Als nächstes werden die Ideen, die beim Lesen der ausgewählten Textstellen im Kopf entstanden und im Storyboard grob festgehalten worden sind, in Form von detaillierten Skizzen aufs Papier gebracht. Dies ist der eigentlich kreative und auch schwierigste Schritt beim Illustrieren. Was hier nicht gut aussieht, sieht im fertigen Bild später auch nicht gut aus. Also lohnt es, sich hierfür Zeit zu nehmen. Manchmal entstehen beim Skizzieren auch neue gute Ideen, so dass oft mehrere verschiedene Zeichnungen angefertigt werden und z.T. sogar im Mülleimer landen, bis die Endversion am Zeichenbrett prangt.

Die Reinzeichnungen

Wenn eine Skizze fertig ist, wird sie mit Kohlepapier und Kuli auf eine Holzplatte übertragen. Und jetzt kommt endlich das, was richtig Spaß macht: Kolorieren, also anmalen! Mit den tollen leuchtenden Kreidestäbchen- und stiften. Allerdings ist das auch ziemlich anstrengend, weil man ja immer aufpassen muss, dass man nicht aus Versehen etwas verwischt. Dann müsste man unter Umständen sogar nochmal von vorne anfangen. Zum Glück ist mir das nicht passiert. Und je kleiner die Stelle zum Ausmalen ist, desto schwieriger ist es mit der breiten Kreide. Große Flächen sind hingegen schnell fertig, weil man die Kreide so prima mit den Fingern verteilen kann. In diesem Schritt muss man auch schon wissen, welche Stellen später "versteinert" werden sollen, denn die bleiben dann einfach leer.

Die Versteinerungen

Zum Schluss wird das Bild mit einem speziellen Spray fixiert, damit die Kreide nicht mehr ganz so leicht verwischt. Anschließend wird es eingescannt und kann am Computer weiter verarbeitet werden. In die frei gelassenen Stellen wird ein Steinfoto eingefügt. Auch das rote Leuchten kann man am Computer gut ins Bild zaubern, echt praktisch. Und wo das Bild jetzt schon im Computer ist, kann man es auch gleich per E-Mail anderen Leuten zuschicken, z.B. Christin und Birte. Letztere ist nämlich jetzt für den Endspurt zuständig! Im folgenden Abschnitt erzählt sie euch selber, was sie da genau zu tun hat.

Das Gesamt-Layout

Zu allererst mussten wir herausfinden, auf welche Weise wir den Text in den tollen Zeichnungen von Nicole unterbringen wollten. Das war gar nicht so einfach, denn der Text sollte ja gut lesbar sein und trotzdem nicht von den bunten Bildern ablenken. Dafür habe ich ein paar Vorschläge am Computer zusammengestellt. Hier ein paar der ersten Ideen:

Zusammen mit Christin und Nicole haben wir uns für die Papiervariante in hellbraun entschieden.

Um verschiedene "Knüllvarianten" auf den einzelnen Buchseiten zu haben, wurde jede Menge Druckerpapier zerknüllt, wieder glatt gestrichen und fotografiert. :-)

Natürlich war es danach noch viel Arbeit, bis jeder Textabschnitt genau in dem passenden Bild platziert war und wir all die kleinen Fehlerchen ausgemerzt hatten, die sich bei so einem Projekt immer wieder heimlich einschleichen. Es mussten sogar noch ein paar zusätzliche Bilder illustriert werden, weil es sonst nicht so gut zusammen gepasst hätte.

 

Zum Schluss brauchten wir noch ein schwungvolles Cover. Das Bild dazu hat natürlich Nicole illustriert. Die Buchstaben im Titel wurden von dem flinken Paul (mit meiner Hilfe) noch etwas durcheinander gewirbelt und fertig war das Buch.